Gespenstig klingt der heisere Schrei der Schleiereule durch die mondlose Nacht, als die letzten Gäste der Faschingsveranstaltung in Großfahner ihr Quartier im „Alten Hauptmann“ aufsuchen. Aus der noch kahlen  Linde am Denkmal gegenüber des vertrauten Brutplatzes im Giebel der Pension antwortet das Weibchen. Etwas zögerlich und zurückhaltend fällt im ausklingenden Winter 2016 die Balz aus. Obwohl die letzten Monate kaum Schnee brachten und auch die Frosttage selten waren, haben die Eulen auf ihren nächtlichen Jagdausflügen nur wenige Feldmäuse erbeuten können. Seit 20 Jahren brüten nun schon die Schleiereulen in der künstlichen Nisthöhle im ehemaligen Bauernhaus und haben über 100 Junge groß gezogen. Schon die Gelegegröße im März weist auf den Entwicklungsverlauf der Feldmauspopulation in der intensiv genutzten Agrarlandschaft hin. Dabei ist augenscheinlich, dass sich die Intervalle zwischen einer Massenvermehrung und dem folgenden Zusammenbruch der Populationen merklich verkürzt. Sprach man früher von von 7  bis 4 jährigen Intervallen, so tritt jetzt alle 2 – 3 Jahre eine sogenannte „Mäuseplage“ auf. Im Mäusejahr 2012 flogen aus dem Brutkasten im Juni 10 und im Oktober nochmal 8 junge Schleiereulen aus. Im mäusefreien Jahr 2013 hatten die Eulen Mühe 3 Junge zu ernähren. 2014 erholte sich der Feldmausbestand wieder, so dass 6 Junge mühelos satt wurden. Im darauf folgendem Jahr   konnten B. Friedrich (Arnstadt)  am 6. Juni 2015 sechs Junge beringen und am 25. Juli saß das Weibchen bereits wieder auf acht Eiern aus denen sich bis Oktober die flüggen Jungen entwickelten. Die Mäusepopulation brach trotz des milden Winters fast vollständig zusammen, so dass instinktiv die Euleneltern in diesem Jahr (2016) auf eine Brut verzichteten. Die Landwirte im Thüringer Becken sahen sich in ihren Aktionen zur Bekämpfung der Feldmaus im Herbst 2015  bestätigt. Die Getreidebestände waren prächtig durch den Winter gekommen und wiesen kaum Frassschäden auf.  Spätestens in zwei Jahren, wenn die Feldmäuse dem nächsten Peak zustreben, werden  wieder Forderungen nach großflächigen Mäusbekämpfungsverfahren  laut.

Das Turmfalkenpaar brütet in unmittelbarer Nachbarschaft und zog 2016 fünf Junge groß. Ein Teil der Nahrung bestand aus Kleinvögeln (Sperlinge, Grünfinken)

Kategorie: Blog

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